Die Gründungsstory - Die Berufung für die Randgruppen in dieser Welt.

    Nach meiner Bekehrung im Jahr 1977 im Gefängnis brauchte ich ca. 3 Jahre der Wiederherstellung
    und Heilung meiner Vergangenheit. Ich machte ein Jahr Therapie im Missonswerk in Falken-
    berg "Hoffnung für Dich". Schon im Gefängnis hatte Gott mir eine Vision gegeben. In meinem Herzen
    hatte ich ein ganz tiefes Mitgefühl für die Armen aller Gesellschaftsschichten, eine Bürde für die,
    die zum Abschaum der Welt gehören.

      Es war wirklich eine Liebe und Hingabe für sie in meinem Herzen. Ich kann mich noch gut daran
    erinnern, wie Gott mich damals ganz konkret berufen hat. Ich war im Bett und hab geschlafen. Auf einmal hatte ich einen Traum, so eine Art Vision. Ich sah ein riesiges Schiff, und vor dem Schiff sah ich Millionen
    Menschen, die alle schwarz waren. Sie schrien um Hilfe: Rette uns! Wer rettet uns? Und von dem Schiff
    aus kamen Lichter, und die kamen auf die Menschen. Auf jeden einzelnen kam ein Licht, und sie
    strahlten immer heller. Die Menschen sahen auf einmal erlöst aus und freuten sich.

      Ich sah, wie ich den Menschen die gute Botschaft Gottes verkündigte. In jenen Tagen konnte ich
    mit den Gedanken nichts anfangen, unter den Randgruppen zu arbeiten, denn ich saß ja noch im
    Gefängnis. Ich wusste nicht, wie Gott das haben will. Aber Gott war dabei, mich auf Frankfurt
    vorzubereiten, um dort einmal ein Jünger seiner Liebe zu sein.

      Bereits im Gefängnis habe ich erlebt, dass Menschen gerettet wurden, wenn ich ihnen von
    Jesus erzählte. Das war echt super, aber ich merkte, dass mir das nicht reichte.
    1979 wurde ich aus dem Knast entlassen. Danach ließ ich mich taufen. Nach der Taufe dachte ich:
    Jetzt bin ich der Berufene für Frankfurt. Aber in der Bibel heißt es: Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken. Der Mensch denkt, und Gott lenkt.

    Ich war noch nicht bereit. Gott wollte  dass ich erst eine Therapie mache. Doch danach, als meine Zeit
    gekommen war, kam wieder die Frage auf: Wo soll der Olli hin?

      Wir hatten mit allen Mitarbeitern, Leitern und Teilnehmern der Therapie einen Gebetsabend,
    an dem wir Gott lobten und priesen. Und wir beteten. Auf einmal kam ganz klar der Eindruck: Olli, du sollst
    nach Frankfurt! Dann wurde ich ausgesandt und bekam den Vers aus der Apostelgeschichte Kapitel 13:
    Sondert mir nun Barnabas und Saulus aus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe.
    Dieser Vers kam ganz konkret in meine Situation. Gott hatte mich für Frankfurt vorbereitet, um mit den Rand-
    gruppen und Armen zu arbeiten.

      Sie legten mir die Hände auf, beteten für mich und sandten mich aus.
    In Frankfurt lebte ich dann 28 Monate in einer Junggesellenwohnung, zusammen mit Freddy. Freddy gehörte
    zu einer Baptistengemeinde in Frankfurt. Er war Jugendleiter, sein Herz schlug auch für die Randgruppen.
    Einige Monate vor meinem Einzug bei ihm hatte er mit Freunden eine christliche Konzertagentur gegründet.
    Der Name hieß: Afek - Arbeitsgemeinschaft für evangelistische Konzerte.
    Der Schwerpunkt dieser Afek-Mission war, mit christlichen Rock-, Pop-, und Punkgruppen Leute aus den Randgruppen und aus dem Drogenmilieu für Christus zu gewinnen.
    Es wurden viele Konzerte veranstaltet in Pubs, Bars, Schulen, Messegeländen, Jugendhäusern, im Drogenmilieu und Open Air. Viele kamen zum Glauben, und ich stieg dort voll mit ein.

      Marion lernte ich 1981 in der Baptistengemeinde kennen. Sie stieg auch bei Afek mit ein.
    Wir verlobten uns am Tag ihrer Taufe am Totensonntag und ich heiratete sie im Juni 1982. In unserer Junggesellenwohnung wurden so viele aufgenommen, manchmal war die 3-Zimmer Wohnung überfüllt mit Randgruppenleuten.
    In dieser Zeit gab Gott mir die Obdachlosen. Regelmäßig nahm ich sie bei mir im Zimmer auf. Ich legte sie ins Bett, und ich schlief auf dem Fußboden. Das ging immer so weiter und weiter.

      Freddy legte schon immer ein Gedeck mehr auf, weil er wusste: Ich hatte wieder einen Freund bei mir.
    In der Afek waren Marion und ich mit im Vorstand. Marion machte ihre Lieblingsbeschäftigung, die Kasse.
    Wir beide hatten viele Kontakte zu Gangs und Rockergruppen.In dieser Zeit machten viele Gangs zu
    und übergaben ihr Leben Jesus. Wir arbeiteten in der Baptistengemeinde in der Jugendarbeit mit.
    Dorthin kamen alle Gangs, die nicht immer herzlich willkommen waren, denn die passten nicht in das Bild
    einer frommen Jugend hinein. Das störte mich wenig - unser Herz brannte für sie alle. 1981 gründeten wir
    in Frankfurt eine Disco mit dem Namen Dampfkessel. Diese Disco leitete ich mit Marion acht Jahre lang.
    Es gab dort das berühmte Dampfbier. Es wurde getanzt, es gab immer eine halbe Stunde Impuls - wir erzählten aus unserem Leben oder luden Liedermacher ein. In dieser Zeit kamen viele zum Glauben.
    Zur Disco kamen die Leute aus allen Randgruppen und auch viele entlaufene Jugendliche.

      Neun Jahre lang war unsere 3 Zimmer Wohnung ein Quartier für Randgruppen.
    Es kamen immer ganze Rockerclubs und alles was im Milieu Rang und Namen hatte, aber auch verzweifelte
    Menschen und Christen. Wir konnten uns vor dem Ansturm nicht mehr retten.
    Nach einem Einsatz von mir im Raum Hannover in Rinteln kamen frisch bekehrte Drogenleute. Sie kamen fast
    jedes Wochenende. In unserem Kühlschrank war ständig Ebbe.

      1989 übernahm ich als erster Vorsitzender die Immanuel Gemeinschaft. Der Sitz war in Hochheim am
    Main. Wir holten ihn nach Frankfurt. - seit 15 (???) Jahren stehen wir also der Immanuel Gemeinschaft vor.
    Ich arbeitete mit einem Pater zusammen, der zum Deutschen Orden gehörte. Der Sitz war in Frankfurt.
    Mit ihm machte ich viele evangelistische Einsätze an Schulen, in Gemeinden, Seminaren und unter Jugendlichen.
    Ich ging in ihrem Kloster schon ein und aus. Wir hatten dort immer von der Immanuel Gemeinschaft unsere
    Gebetsnacht von 20 Uhr bis 6 Uhr morgens. Dort kamen so viele Menschen zum Glauben. Jeden Sonntag
    hatten wir um 18 Uhr in der katholischen Kirche unseren Gottesdienst. Wir erlebten viele Bekehrungen
    und Heilungen. Es war eine kleine Erweckung ausgebrochen. Nie im Leben dachte ich zu dieser Zeit daran,
    von Frankfurt wegzugehen.
    Der Prior vom Orden war Polizeidekan von Hessen, Pater Gottfried Keindl. Er war Seelsorger der Polizei
    im Frankfurter Hauptbahnhof. Ihn bewegte das Elend der Menschen im Rotlicht Milieu und die vielen Drogen-
    abhängigen und Obdachlosen. Er gründete das Hospitalwerk, um viele Menschen im Sterbehospiz aufzunehmen.
    Der Deutsche Orden bekam so viele Schenkungen an Häusern und Landgütern. Sie wussten schon gar nicht
    mehr wohin mit den ganzen Sachen.

    Eines Tages beim Mittagessen im Orden sprach der Prior zu mir: "Olli, wir haben ein Projekt geschenkt bekommen im Raum Amberg in Schmidmühlen. Du suchst doch Häuser für deine Drogenleute."
    Ich hatte mal in Altensteig Berthold Becker besucht, den Leiter von FfD (Fürbitte für Deutschland).
    Da ich einen guten Kontakt zu ihm hatte, bat ich ihn, für mich zu beten. 1987 sprach Berthold zu mir:
    " Olli ich sehe zwei große Häuser, die der Herr dir geben wird." Mein Schrei war zum Herrn:- Gib mir die Häuser für die Randgruppenarbeit.

      1988 - 1989 hatte ich eine große Glaubenskrise. Ich war auf der Fürbittekonferenz in Frankfurt.
    Dort kam eine Prophetin auf mich zu und sprach zu mir: "Du hast keine Schuld wegen
    PJ (Günter Oppermann), und der Prozess deiner inneren Heilung ist abgeschlossen."
    1989 schaute ich mir die Häuser in Schmidmühlen an. Es war ein großes Gelände, das als Schrottplatz diente.

      Die Häuser waren alle heruntergekommen. Auf einmal war mir klar: So wie hier alles Schrott ist,
    aus Schrott macht Gott alles neu, und ich wusste im Herzen: Das sind die Häuser, die Gott für uns bereitet hat, um Randgruppenleute aufzunehmen. 1989 bekamen wir die Häuser als Immanuel Gemeinschaft, und im
    Juli 1990 begannen wir mit der Arbeit auf dem Harschhof. Aus der Arbeit der Immanuel Gemeinschaft entstand in Schmidmühlen die Reha-Arbeit, aus der Reha-Arbeit ist der Gottesdienst geboren, daraus
    sind die Hauskirchen hervorgegangen, die Konferenzen, Seminare und Feuergottesdienste. Aus den Feuergottesdiensten wurden die Heilungsgottesdienste geboren. Die Arbeit war ständig am Wachsen.
    Bis zum heutigen Tage haben zehntausende Menschen den Harschhof besucht.

      Viele hatten von diesem Ort gehört und von der Liebe Gottes. Jahrelang waren in jedem Gottesdienst
    am Sonntag zwischen 30 und 80 neue Leute. Gott benutzte den Harschhof zur Wiederherstellung
    für zerbrochene Menschen, für Gestrandete und Süchtige, die keiner mehr haben will.
    In der biblischen Therapie konnten bis zu 60 Leuten aufgenommen werden. Aus der Gemeinschaft heraus
    sah sich die Immanuel Gemeinschaft schon in Frankfurt als ein Teil der Vineyard Bewegung. Seit einigen Jahren gehören wir zu der großen Vineyard Familie. Wir sind die einzige deutsche Vineyard-Gruppe, die sich bewusst Weinberg nennt.

    Seit September 2007 gibt es die Arbeit auf dem Harschhof nicht mehr.

    Unser Auftrag geht in Amberg weiter. Halleluja!
    Neue Oasen der Liebe Gottes werden u. a. in Thüringen und Sachsen entstehen.